Der menstruierende Baum oder mit der Spirale hat das nichts zu tun.

In Ahmedadabad gibt es einen Baum der menstruiert. Wie ich. Aber erst wieder seit kurzem. Lange habe ich nicht geblutet. Erst die Schwangerschaft, dann die Stillzeit. Dann eine Hormonspirale.

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Die berühmteste Dichterin, die es niemals gab

Da ist sie. Ich hatte sie nicht kommen hören, denn ich war schon einige Stunden hier, im Garten des Cafes, in meine Arbeiten vertieft. Sie hatte angekündigt, dass sie zu spät sein würde, aber jetzt ist sie doch da und pünktlich. S., blond, helläugig, aus Sibirien.

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Jona, der Walfisch, die A. und ich

Ich fühle mich wie Jona im Walfischbauch, sage ich zu A.

Dein Kind wird’s dir danken, antwortet sie.

Verzerrt ist ihr Gesicht auf dem kleinen smartphone-Bildschirm. Manchmal verstehe ich das erste Drittel des Satzes nicht, weil die Verbindung stockt. Dann wieder fehlt mir ein Stück mittendrin, weil das Mädchen mir ins Ohr kräht. Oder aber es fehlt der Schluss, weil ich ungeduldig bin und sie unterbreche.

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Eine Postkarte an Simone de Beauvoir. Aus dem silbernen Notizbuch

Dass ich Ende August in Avignon war, habe ich schon erwähnt. Ich war für eine Konferenz dort, mit Mann und Kind und irgendwie auch mit Simone de Beauvoir und es war wunderbar. Eine Postkarte an Simone de Beauvoir. Aus dem silbernen Notizbuch weiterlesen

Im Haus

Sie sind immer im Haus, sagt die Frau, die neben mir im Flugzeug sitzt und ihr Baby stillt. Sie stammt aus Indien und hat gerade ihre Cousinen in Punjab besucht, lebt aber selbst in Deutschland. Ist doch komisch, fährt sie fort. Die Männer gehen aus, bis spät abends manchmal. Ihre Frauen wissen nicht wohin sie gehen oder wann sie zurückkommen. Sie sind traurig darüber, aber sie sagen: das ist mein Leben. Sie sehen keine Möglichkeit, das zu ändern. Ich bin froh, dass ich in Deutschland lebe, sagt die Frau.

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Die Schweinezüchterin oder wie man Geister versöhnt und die Welt verbessert

Es regnet, wir stehen in der Küche und kochen Hühnchen mit Cashewnüssen. Wir haben Besuch aus Afrika. Die Schweinezüchterin ist da.

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Wie die Straßenkehrerin lebt

Das rhythmische Schleifen des Besens gehört zu den typischsten Geräuschen meines Alltags hier in Indien und ich höre es auch jetzt während ich dies schreibe. Jeden Tag werden die Straßen gefegt, jeden Tag aufs Neue. Mit kurzen Reisigbündeln, in gebückter und doch erstaunlich gerader Haltung. Good morning Madam, Good morning Sir hat uns eine der Straßenkehrerinnen, eine zierliche Inderin in einem einfachen Arbeitssari und einigen Armreifen am Handgelenk jeden Morgen fröhlich zugerufen. Ihr freundliches Grüßen fiel uns auf, ebenso wie der monotone Charakter ihrer Arbeit: Wie die Straßenkehrerin lebt weiterlesen

Frauen in der Fremde. Ich wünsche mir, dass Ihr erzählt.

Ich ziehe nach New Jersey! Die Frau hinter dem Schreibtisch schaut mich mit weit aufgerissenen Augen an. Die Aufregung steht ihr ins Gesicht geschrieben. Oh wie aufregend, sage ich.

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Wir wollen einen pink room!

Wir wollen einen pink room, sagen die Design-Studentinnen. Einen was? frage ich. Wir sind in Indien, auf dem Campus einer Frauenuniversität im Norden des Landes, in der Wüste, weit weg von allem. Hier gibt es nichts. Hier gibt es Tausende von Studentinnen, von der Oberstufenschülerin bis zur PhD-Studentin. Auf den staubigen Straßen gehen sie zwischen Wohnheimen und Unterrichtsräumen hinterher und holen sich zwischendrin Snacks an einem der Kioske, um die herum unregelmäßige Müll-Mandalas den Boden verzieren.

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