Notizen aus dem Lock Down

Das Mädchen zerbricht Glas in diesen Tagen, ein Vase, ein Glas – fast jeden Tag geht etwas zu Bruch. So wie innerhalb weniger Tage so viele gewohnte Formen und Gefäße zerbrochen sind, in denen unser Leben gefügt war. Etwas birst. Etwas Neues entsteht. Genau jetzt. Dies ist vermutlich die größte Zäsur, die ich in meiner Biographie erlebe.

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Weiß war dein Tod

Als ich heiratete, blühte der Mandelbaum. Am Abend vor der Hochzeit zog ich den Ring aus, den ich bis dahin trug. Dieser Ring, ein schlichter, schmuckloser Silberring, den du mir geschenkt hattest, ist seit diesem Abend verschwunden. Auch Monate später, als ich die Wohnung ausräumte, kurz vor der Ausreise nach Indien, konnte ich ihn nicht mehr finden.

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Die Welt in die Arme schließen. Mary Oliver

Sich mit dem Staunen vermählen. Die Welt in die Arme schließen. Mary Oliver, von der diese Zeilen stammen, ist vor einigen Tagen gestorben. Ich teile meine erste Begegnung mit ihr und mein liebstes Gedicht:

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Müde. Eine Begegnung.

Müde. Immer wieder mal war ich unfassbar müde die letzten Monate. Ich schlief immer wieder schlecht. Ich wachte auf, wenn sich mein Töchterchen beschwerte, dass sie nachts keine Milch mehr bekam, wenn sie unruhige Träume hatte, wenn sie sich drehte, wand und wendete. Oder auch wenn meine Gedanken sich drehen und winden und wenden oder auch weil ich am Vortag zu viel Kaffee getrunken habe, weil ich zu müde war.

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