Annabelle, sagt sie, ich heiße Annabelle. Deutsch spricht sie mit mir, tamilisch mit der Frau im Sari, die das Heu für ihre Pferde bringt. Französisch mit dem kleinen Jungen, der gleich auf einem ihrer Pferde reiten wird.

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Tage die ineinander schwimmen wie das bisschen Farbe, dass das Mädchen mit Unmengen von Wasser auf dem Papier verteilt. Die Farben ähneln einander, kommen einzeln nicht zur Geltung. So wie diese Tage sich ähneln. Sie werden in der Erinnerung ineinander fließen wie auf diesen Bildern.

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Sag mal, ist das wirklich so bei euch, fragte mich meine Nachbarin neulich. Sie hatte eine amerikanische Serie auf Netflix gesehen in der es, in ihren Worten nur darum ging, wie der und der mich findet und was der und der wohl über mich denkt und was der und der gesagt hat und was ich nun alles denke über das was er gesagt hat. Sind so bei euch Beziehungen? Ist so bei euch Liebe?, fragte sie mich.  Weiterlesen…

Sie sind immer im Haus, sagt die Frau, die neben mir im Flugzeug sitzt und ihr Baby stillt. Sie stammt aus Indien und hat gerade ihre Cousinen in Punjab besucht, lebt aber selbst in Deutschland. Ist doch komisch, fährt sie fort. Die Männer gehen aus, bis spät abends manchmal. Ihre Frauen wissen nicht wohin sie gehen oder wann sie zurückkommen. Sie sind traurig darüber, aber sie sagen: das ist mein Leben. Sie sehen keine Möglichkeit, das zu ändern. Ich bin froh, dass ich in Deutschland lebe, sagt die Frau.

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Das rhythmische Schleifen des Besens gehört zu den typischsten Geräuschen meines Alltags hier in Indien und ich höre es auch jetzt während ich dies schreibe. Jeden Tag werden die Straßen gefegt, jeden Tag aufs Neue. Mit kurzen Reisigbündeln, in gebückter und doch erstaunlich gerader Haltung. Good morning Madam, Good morning Sir hat uns eine der Straßenkehrerinnen, eine zierliche Inderin in einem einfachen Arbeitssari und einigen Armreifen am Handgelenk jeden Morgen fröhlich zugerufen. Ihr freundliches Grüßen fiel uns auf, ebenso wie der monotone Charakter ihrer Arbeit: Weiterlesen…

Wir wollen einen pink room, sagen die Design-Studentinnen. Einen was? frage ich. Wir sind in Indien, auf dem Campus einer Frauenuniversität im Norden des Landes, in der Wüste, weit weg von allem. Hier gibt es nichts. Hier gibt es Tausende von Studentinnen, von der Oberstufenschülerin bis zur PhD-Studentin. Auf den staubigen Straßen gehen sie zwischen Wohnheimen und Unterrichtsräumen hinterher und holen sich zwischendrin Snacks an einem der Kioske, um die herum unregelmäßige Müll-Mandalas den Boden verzieren.

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Oh, sie sind so schön, die Bangles deiner kleinen Tochter. Weisst Du, ich liebe Bangles und habe so so viele davon zuhause. Als ich ein kleines Mädchen war, wollte ich Bangles verkaufen. In dem Dorf, in dem ich aufwuchs, gab es eine Straße mit lauter kleinen Ständen voller Armreifen. Da sah ich mich stehen mit einem eigenen Stand voller glitzernder Armreifen in allen Farben.

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