Ganeshas Geburtstag

Sie hat einen schwarzen Punkt an der Schläfe, sagt eine andere Mutter zu mir, heute Morgen in der Kita. Gegen den bösen Blick. Ja, sage ich, der ist von gestern. Gestern war Ganesh Chaturthi und ich mit dem Mädchen unterwegs. Ich wollte wissen, was eine hinduistische Familie an Ganehsas Geburtstag macht. Also haben wir T. besucht. Ganeshas Geburtstag weiterlesen

Im Haus

Sie sind immer im Haus, sagt die Frau, die neben mir im Flugzeug sitzt und ihr Baby stillt. Sie stammt aus Indien und hat gerade ihre Cousinen in Punjab besucht, lebt aber selbst in Deutschland. Ist doch komisch, fährt sie fort. Die Männer gehen aus, bis spät abends manchmal. Ihre Frauen wissen nicht wohin sie gehen oder wann sie zurückkommen. Sie sind traurig darüber, aber sie sagen: das ist mein Leben. Sie sehen keine Möglichkeit, das zu ändern. Ich bin froh, dass ich in Deutschland lebe, sagt die Frau.

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Wie die Straßenkehrerin lebt

Das rhythmische Schleifen des Besens gehört zu den typischsten Geräuschen meines Alltags hier in Indien und ich höre es auch jetzt während ich dies schreibe. Jeden Tag werden die Straßen gefegt, jeden Tag aufs Neue. Mit kurzen Reisigbündeln, in gebückter und doch erstaunlich gerader Haltung. Good morning Madam, Good morning Sir hat uns eine der Straßenkehrerinnen, eine zierliche Inderin in einem einfachen Arbeitssari und einigen Armreifen am Handgelenk jeden Morgen fröhlich zugerufen. Ihr freundliches Grüßen fiel uns auf, ebenso wie der monotone Charakter ihrer Arbeit: Wie die Straßenkehrerin lebt weiterlesen

Wir wollen einen pink room!

Wir wollen einen pink room, sagen die Design-Studentinnen. Einen was? frage ich. Wir sind in Indien, auf dem Campus einer Frauenuniversität im Norden des Landes, in der Wüste, weit weg von allem. Hier gibt es nichts. Hier gibt es Tausende von Studentinnen, von der Oberstufenschülerin bis zur PhD-Studentin. Auf den staubigen Straßen gehen sie zwischen Wohnheimen und Unterrichtsräumen hinterher und holen sich zwischendrin Snacks an einem der Kioske, um die herum unregelmäßige Müll-Mandalas den Boden verzieren.

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Als kleines Mädchen wollte ich Bangles verkaufen

Oh, sie sind so schön, die Bangles deiner kleinen Tochter. Weisst Du, ich liebe Bangles und habe so so viele davon zuhause. Als ich ein kleines Mädchen war, wollte ich Bangles verkaufen. In dem Dorf, in dem ich aufwuchs, gab es eine Straße mit lauter kleinen Ständen voller Armreifen. Da sah ich mich stehen mit einem eigenen Stand voller glitzernder Armreifen in allen Farben.

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Die Weberin

Hände, Füße, Kopf und Augen – alles muss zusammenarbeiten, sagt die alte Frau mit ihren strahlend weißen Zähnen. Wir stehen in ihrem Haus, einem einfachen kleinen hellblauen Holz mit einem großen Raum. In der einen Ecke steht der Webstuhl, in der anderen zwei einfache Betten. Auch die winzige Küche befindet sich in diesem Raum, Krüge und Schüsseln aus Edelstahl und ein Gaskocher mit zwei Kochstellen. Der Boden ist aus blankem Stein. In einer Ecke steht ein Korb mit Knoblauchknollen. Es ist ein bescheidenes Häuschen, aber es ist sauber gefegt und auf eine schlichte Weise schön.

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Seeds of Community. Kleine Pflänzchen der Verbundenheit

Wir wohnen hier in einer kleinen Nachbarschaft, die aus einer Reihe von kleinen Häuschen besteht. Ehemals waren diese Behausungen eigentlich für Wachpersonal gedacht, für Menschen, deren Jobs es erfordern, dass sie rund um die Uhr da sind und die deshalb auf dem Campus wohnen sollten. Inzwischen sind die Häuser aber auch bei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie deren Familien beliebt, denn es wird zunehmend attraktiver, hier auf dem ruhigen grünen weitläufigen Institutsgelände zu wohnen und nicht in der lauten, vollgestopften Stadt mit schlechter Luft und schlechtem Wasser.

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