Aus dem Archiv. Thank you for your cancellation.

Diesen Text habe ich in meinem Archiv unveröffentlichter Blogtexte gefunden, an einem Tag, als mein Mann mir von Ameisen und schimmelnden Jacken in unserem Haus in Indien schreibt.

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Was ich von meiner indischen Nachbarin gelernt habe

Die Leute hier in Deutschland sind komisch, sage ich der Nachbarin über whatsapp. Die bedanken sich die ganze Zeit. Ha! Sagt die Nachbarin, und wirft lachend den Kopf in den Nacken. Ihr Bindi blitzt zwischen ihren Augenbrauen. Hab ich’s dir doch gesagt. 

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Herbst-zeit-los. Eine letzte Notiz aus dem Dazwischen.

Es ist Herbst. Der erste Herbst nach vier Jahren, und ich versuche dem Mädchen, das nur Monsun, Hitze und Trockenheit kennt, die Jahreszeiten in Europa zu erklären. Ich rede von Blättern und Laternen, Kastanien und Äpfeln, kalten Regentagen und heißem Kakao, während ich Kisten öffne, und Spielzeug heraushole, Spielzeug, das das Mädchen in den drei Monaten, die wir jetzt hier sind, schon vergessen hat, jetzt aber mit großen Augen ansieht.

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Eine Kinderfreundschaft.

The Kids don’t play with me, sagt das kleine Mädchen, das nicht in die neue Kita will. Und ich habe mir schon so was ähnliches gedacht. Sie wirkt noch ein wenig verloren, wenn ich sie abhole, und wenn es nicht gerade einer der Tage ist, an dem die R. mit ihr Prinzessinnenkleider anzieht, aus Disenyfilmen, die sie nicht kennt. Sie spielt allein.

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Warum wir gegangen sind. Notizen aus dem Dazwischen IV.

Seit gut einem Monat in Freiburg. Die Schwarzwaldspitzen sehen, die wie eine grüne zackige Girlande jeden meiner Tage hier verzieren. Zurückblicken auf das Leben am Rande einer indischen Megacity.

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Ein Kuckuck für die Nachbarin. Der Abschied ist da.

Der Mond hängt blaß am blaßblauen Himmel, als wir zum Flughafen fahren. Als habe die Nachbarin ihn in den Himmel gestreut, mit dem Salz, dass ich ihr noch wenige Minuten vor Abfahrt lieh, mit ihren Abschiedstränen zu einer milchigen Lake gelöst.

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Ein letztes Mal: ein Mittwoch in Indien im Juni oder #WMDEDGT

Der Tag weckt nur mich, die anderen schlafen noch. Die letzten Tage, die wir hier haben, schmelzen in der Hitze, aber in diesen Tagen ist es ein bisschen besser. Es soll sogar unter 40 Grad bleiben heute. 

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Über die Dinge. Notizen aus dem Dazwischen II.

Es geht los. Die Packerei und die Verwirrung. Heute schon meine alte Telefonnummer aufgesagt, die es schon über ein halbes Jahr nicht mehr gibt. Hinter dem Esstisch stapeln sich jetzt Kartons. Auf meinem Schreibtisch haufenweise Dokumente von der Umzugsfirma.

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Notizen aus dem Dazwischen

Noch 32 Tage. Jetzt zähle ich sie doch. Den Übergang feiern wie ein monatelanges Fest. So wie jetzt, zu Ramzan, die Musliminnen und Muslime der Stadt jeden Abend feiern, so feiere ich jeden Tag dieses Dazwischen. Denn jetzt beginnt der Übergang. Genau genommen gestern. Er dauert 66 Tage, habe ich beschlossen. Erst zähle ich von 33 runter, dann wieder rauf.

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Ein Sonntag im Mai in Indien oder was machst du eigentlich den ganzen Tag? #WMDEDGT

Noch ein Sonntag in Indien. Viele werden es nicht mehr werden. Tatsächlich passen sie jetzt in eine Hand. Seltsam surreal ist das. Plötzlich scheint alles flüssig zu werden in mir. Und auch um mich herum. Alles ändert den Aggregatzustand.

Ein Sonntag im Mai in Indien oder was machst du eigentlich den ganzen Tag? #WMDEDGT weiterlesen